Familie

Am 6. Mai 1939 wurde Alois „Loisl“ Smrha, eines von sechs Kindern der Familie Smrha, in Wien geboren. Die Kindheit dem Krieg geopfert, machte Loisl während des „Wiederaufbaus“ eine Lehre zum Kartonagenzuschneider im 10. Wiener Gemeindebezirk. Eifer, Zuverlässigkeit und sein gewissenhaftes Schaffen machten ihn zu einem sehr begehrten Mitarbeiter und so arbeitete er sich in den kommenden Jahren quer durch die Wiener Kartonagenzuschneider.



Mit etwa 21 Jahren wechselte Loisl die Branche und begann bei der Firma Richter die Herren Wiens einzukleiden. Knapp 4 Jahre lernte er dort alles Wichtige für den Verkauf. Neben dem Fleiß, den er in seine Arbeit steckte, kam das Privatleben natürlich nicht zu kurz. Als ein sehr attraktiver, geselliger und verlässlicher Kerl musste er sich vor den Frauen in Acht nehmen. Nur eine eroberte sein Herz, Ingeborg Koch, die er 1964 zu seiner Frau machte.



Ab nun, mit gestärktem Rücken von Inge, brachte Loisl’s Talent der Firma Richter viele zufriedene Kunden. Man sprach über den Herrn „vom Richter“. Er wurde in den darauffolgenden Jahren von der Firma Tlapa und von dort wiederum von der Firma Kleider Bauer abgeworben. Die Wirtschaft war stetig am wachsen, die Firmen begannen zu expandieren. Als „der Kleider Bauer“ 1969 Richtung Deutschland expandierte und seine besten Leute nach Deutschland holte, dankte Loisl ab. Er konnte Wien nicht verlassen, sein Mädal Martina, im Juni 1966 geboren, war noch so klein und kam doch grad in den Kindergarten.



So blieben die Smrhas in Wien und Loisl zog es in die Selbstständigkeit. Er eröffnete auf der Wieden in der Weyringergasse ein Obst und Gemüsegeschäft. Als waschechten Wiener, gesellig und gesprächig wie die Wiener halt so sind, kannte man Loisl und sein Geschäft. Tradition, Qualität, und die Liebe zum Geschäft waren die Geheimnisse für Loisl’s Erfolg. Immer schon kulinarisch interessiert und als guter Koch bekannt, übernahm er 1974 einen Wiener Würstelstand in der Maroltingergasse nahe dem Wilhelminienspital. Durch sein nettes Gemüt lernte er sehr viele Leute kennen und hatte binnen kürzester Zeit einen großen Kreis von Stammkunden, darunter natürlich viele mit Rang und Namen wie den Kabarettisten Peter Wehle. Der Weg in die Maroltingergasse war für viele doch sehr weit und so eröffnete Alois seinen 2. Würstelstand auf der Hütteldorferstraße.



Vieles wurde nach dem Krieg wieder aufgebaut, jedoch litt die Standler-Kultur sehr unter dem Zusammenbruch. Besonders von den Maroniständen sah man nur noch wenige. Einem Stammgast und guten Freund tat es sehr Leid um die Maronistände und er jammerte immer wieder bei Alois, wie sehr ihm gute Maroni fehlten. Die Idee gut überdacht und überzeugt davon, dass er es schaffen würde die Maronikultur in Wien wieder aufleben zu lassen, eröffnete er 1979 seine ersten zwei Maronistände auf der Mariahilferstraße. Von ihm und seiner Frau Inge betrieben, ging das Geschäft gut und schnell haben auch viele andere Lunte gerochen und man sah von Winter zu Winter immer mehr kleine Holzhütten an den Straßenecken. Es dauerte seine Zeit bis Loisl sich in diese Profession einlebte, aber nach ein paar Jahren wusste keiner so wie er, mit dem kleinen schwarzen Gold aus Italien umzugehen.



Sein wirtschaftlicher Gedanke und sein Können im Umgang mit Kunden ließen sein Geschäft gut anlaufen. „Nichts ist so wichtig wie die Qualität, a guater Schmäh und ein Lächeln“, predigte er immer. Aber neben dem wirtschaftlichen Gedanken, den er schon immer in sich trug, war er durchaus auch ein Wohltäter. Gemeinsam mit der Politik und der Prominenz Wiens setzte er sich besonders für Kinder ein. Zu dieser Zeit blieben bei vielen Familien keine paar Schilling für Maronis über, Loisl und Inge verteilten deswegen an Kindergärten und Schulen gratis Maroni.



Natürlich blieb die Zeit nicht stehen – Loisl und Inge wurden älter und haben immer vorrausschauend gearbeitet. Schon in jungen Jahren musste Martina, die Tochter, mithelfen. Von der Pieke auf gelernt, übernahm Martina gemeinsam mit ihrem Mann Andreas 1993 das Geschäft vom „Vatern“. An der Philosophie des Unternehmens hat sich bis heute nichts geändert. Die Hütten sind immer noch selbst gebaut, die Öfen handgegossen, die Maroni aus Italien und uns kommen nur die besten der Besten Maroni in unsere Öfen. Das Sortiment und die Standorte wurden erweitert, aber an den Werten haben wir nichts geändert. Seit über 30 Jahren schon schmücken unsere Hütten die Straßen Wiens. Qualität, Zuverlässigkeit und Freundlichkeit stehen bei uns immer noch an oberster Stelle. Auszeichnungen von diversen Medien bestärken uns in unserem Tun.

Mittlerweile sieht man auch schon die 3. Generation, die Tochter Nadine, hie und da auf einem unserer Standorte. Als Familienunternehmen gegründet und bis heute geführt, sind wir ein zuverlässiges traditionelles Wiener Unternehmen und freuen uns auf viele weitere Jahre auf den Straßen Wiens.